Steigrohrtypen und Beschickung beim Gießen

Beim Metallguss schrumpft die Metallschmelze beim Abkühlen und Erstarren. Wird diese Schrumpfung nicht durch die Zufuhr von zusätzlichem flüssigem Metall ausgeglichen, führt dies zu inneren Schrumpfhohlräume und Porosität. Der Steigkanal wurde speziell entwickelt, um diese Fehler zu verhindern. In diesem Artikel werden die Definition eines Steigkanals, sein Funktionsprinzip, gängige Ausführungen sowie die wichtigsten Konstruktionsanforderungen erläutert.

Was ist ein Riser?

Ein Anguss ist ein zusätzlicher Vorrat an geschmolzenem Metall, der in die Gussform integriert ist und nicht Teil des fertigen Gussteils selbst ist. Sobald das Gussteil abgekühlt ist und der Anguss seine Aufgabe bei der Metallzufuhr erfüllt hat, wird er in der Regel entfernt oder abgeschliffen.

Schematische Darstellung einer Sandgussform mit Gussbecher, Anguss, Gusskanal, Einlauf, Steigrohr und Gusshohlraum

Die Funktion eines Angusses unterscheidet sich erheblich von der des Angusssystems. Während die Angüsse und Angusskanäle die Metallschmelze in den Formhohlraum einleiten, kommt der Anguss erst nach dem Befüllen der Form zum Einsatz. Er gleicht die Volumenschrumpfung aus, die beim Übergang vom flüssigen in den festen Zustand auftritt. Indem der Anguss während des Erstarrungsprozesses die „Hot Spots“ (wie dickwandige Bereiche oder Verbindungsstellen) kontinuierlich mit flüssigem Metall versorgt, leitet er Schrumpfungsfehler vom Gussstück weg und bindet sie in sich ein.

Gängige Arten von Steigrohren

Gießsteige werden üblicherweise nach ihrer Position und danach klassifiziert, ob sie offen oder geschlossen sind. Zu den typischen Typen zählen Obersteige, Seitensteige, offene Steige und Blindsteige. Die Hauptunterschiede liegen im Zuführweg, im Wärmeverlust, in der Sichtbarkeit während des Gießvorgangs und in dem Bereich, in dem der Steig nach dem Erstarren entfernt wird.

Die größten Aufsteiger

Oberangusskanäle werden oberhalb des Gussabschnitts angebracht, der mit Schmelze versorgt werden muss. Sie werden häufig für dickwandige Bereiche im oberen Teil oder für „Hot Spots“ verwendet, die später erstarren als die umgebenden Bereiche. Da der Zuführweg in der Regel kurz und direkt ist, lassen sich Oberangusskanäle oft leichter anordnen, wenn sich der „Hot Spot“ nahe an der Oberseite befindet.

Bei Verwendung eines oberen Angusses sollte der Entformungsbereich berücksichtigt werden. Handelt es sich bei der Oberseite um eine Bearbeitungsfläche, eine Dichtfläche oder einen sichtbaren Bereich, sollten vor dem Formenbau ausreichend Bearbeitungszugabe und Freiraum eingeplant werden.

Seitliche Steigrohre

Seitliche Angüsse werden an der Seite des Gussteils angebracht, in der Regel über einen Angusshals. Sie kommen zum Einsatz, wenn über dem Gussteil nur begrenzter Platz zur Verfügung steht oder wenn der „Hot Spot“ direkter von der Seite gespeist werden kann.

Der entscheidende Punkt bei seitlichen Steigkanälen ist die Zuführstrecke. Der Steigkanal sollte nahe genug am Hot Spot liegen. Ist die Zuführstrecke zu lang oder erstarrt der Hals des Steigkanals zu früh, gelangt das flüssige Metall während der Erstarrung möglicherweise nicht bis in den Schrumpfbereich.

Offene Steigleitungen

Offene Angusskanäle sind am oberen Ende der Form der Atmosphäre ausgesetzt. Sie ermöglichen es, den Metallstand während des Gießvorgangs zu beobachten, wodurch sich leichter überprüfen lässt, ob der Angusskanal gefüllt wurde. Offene Angusskanäle sind üblich bei Sandguss wo der Steigrohrabschnitt platziert und von oben beobachtet werden kann.

Der Nachteil eines offenen Steigrohrs ist ein schnellerer Wärmeverlust. Es sollte nicht allein deshalb gewählt werden, weil es leicht zu beobachten ist. Das Steigrohr muss während der Erstarrung noch lange genug flüssig bleiben, um den Hotspot zu versorgen.

Blind-Riser

Blindsteige sind in der Form eingeschlossen und können während des Gießvorgangs nicht direkt beobachtet werden. Da sie von Formsand oder Formmaterial umgeben sind, speichern sie die Wärme in der Regel besser als offene Steige und ermöglichen eine längere Zufuhrzeit.

Blindsteigrohre kommen häufig zum Einsatz, wenn der Platz im Außenbereich begrenzt ist, wenn ein freiliegendes Steigrohr vermieden werden soll oder wenn die Einfüllstelle innerhalb des Formaufbaus besser platziert ist. Da sie während des Gießvorgangs nicht visuell überprüft werden können, sollten ihr Volumen, ihre Position und ihre Verbindung zum Gussstück bei der Formkonstruktion sorgfältig festgelegt werden.

Form und Anordnung der Steigrohre

Die Zuführleistung eines Steigrohrs hängt nicht allein von seinem Typ ab. Auch seine Form, Größe und Anordnung beeinflussen, ob es während der Erstarrung flüssig bleibt und den „Hot Spot“ versorgen kann.

Die Form des Angusses beeinflusst den Wärmeverlust. Ein dünner oder schmaler Anguss kann zu früh einfrieren und dadurch seine Zuführungsfähigkeit verlieren. Beim Sandguss werden häufig zylindrische Angüsse verwendet, da sie sich gut formen, beschicken und nach dem Erstarren entfernen lassen.

Die Größe des Angusses sollte weder zu klein noch unnötig groß sein. Ein zu kleiner Anguss liefert möglicherweise nicht genügend flüssiges Metall für den Schwundausgleich, während ein überdimensionierter Anguss das Gewicht der Gussteile erhöht und zusätzlichen Aufwand beim Schneiden und Reinigen verursacht.

Der Anguss sollte in der Nähe von „Hot Spots“ wie dicken Wandstärken, Vorsprüngen, Flanschen oder Rippenverbindungen platziert werden. Ist der Zuführweg zu lang, kann es vorkommen, dass der Angusshals oder die Verbindung zuerst erstarrt, wodurch das flüssige Metall den Schrumpfbereich nicht mehr erreichen kann.

    Schlussfolgerung

    Das oberste Ziel bei der Gestaltung von Angusskanälen ist es, die Gussausbeute zu maximieren und gleichzeitig die innere Integrität (Dichte) sicherzustellen. Ein richtig dimensionierter und positionierter Anguss fängt Schrumpfungsfehler in sich auf und beseitigt so effektiv innere Porosität im Gussstück. Darüber hinaus minimieren wir durch präzise Modulberechnungen, die eine Überdimensionierung der Angüsse vermeiden, den überschüssigen Metallverbrauch – ein entscheidender Faktor für die Verbesserung der Gussausbeute und die Kontrolle der Produktionskosten.

     

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